In dieser Reihe widmen wir uns dem Thema Nachfolgelösungen für mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer und klären wichtige Fragen.
                                                                 
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Sigma Corporate Finance
M&A auf den Punkt
Nach­fol­ge­lö­sun­gen
11 — Bewer­tung von Unternehmen
Sehr geehr­te Damen und Herren,
mit der Infor­ma­ti­ons­rei­he ​„M&A auf den Punkt – Nachfolge­lösungen“ wid­met sich SIG­MA Cor­po­ra­te Finan­ce in regel­mä­ßi­gen Abstän­den dem The­ma Nach­fol­ge­lö­sun­gen für mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer. Dabei beant­wor­ten wir zen­tra­le Fra­gen, die uns immer wie­der in die­sem Zusam­men­hang gestellt wer­den. In die­sem Newsletter:
• Was ist die Basis für den Kaufpreis?
• Was fließt neben dem Zah­len­werk ansons­ten in den Kauf­preis ein?
• Wie (mit wel­chen Metho­den) ermit­telt man den Wert eines Unternehmens?
Wir hof­fen, dass wir Ihnen span­nen­de Impul­se geben kön­nen und freu­en uns auf Ihr Feed­back und wei­ter­füh­ren­de Gespräche.

Herz­li­chen Gruß aus Frank­furt am Main
Unterschrift Sönke Schulz
Sönke Schulz
Unterschrift Holger Schekorr
Holger Schekorr
? Was ist die Basis für den Kaufpreis?
Die wesent­li­che Basis für die Bewer­tung eines Unter­neh­mens ist die finan­zi­el­le Per­for­mance. Dazu zäh­len zum einen das letz­te ope­ra­ti­ve Ist-Ergeb­nis sowie zum ande­ren der aktu­el­le Busi­ness­plan. Inves­to­ren ana­ly­sie­ren im Hin­blick auf die His­to­rie, inwie­fern das Ist-Ergeb­nis nach­hal­tig ist, und sehen sich dazu auch die his­to­ri­sche Ent­wick­lung der letz­ten drei Jah­re an. Hier stellt sich u.a. die Fra­ge, ob die Ent­wick­lung der ver­gan­ge­nen Jah­re kon­sis­tent ist. Ist das Unter­neh­men zum Bei­spiel ste­tig im Ergeb­nis gewach­sen oder geschrumpft? Gab es in der Ver­gan­gen­heit beson­de­re Aus­rei­ßer? Beson­de­re Auf­fäl­lig­kei­ten oder Abwei­chun­gen kön­nen dabei zu Bewer­tungs­ab­schlä­gen führen.
»Die Unternehmensbewertung basiert im Wesentlichen auf der finanziellen Perfomance eines Unternehmens und hierbei auf den aktuellen Ist-Zahlen und der Unternehmensplanung idealerweise für die kommenden drei Jahre.«
Eine beson­de­re Bedeu­tung hat auch die Pla­nung der wei­te­ren Jah­re, wobei ein Busi­ness­plan idea­ler­wei­se min­des­tens drei Plan­jah­re ent­hal­ten soll­te. Hier­bei stellt sich die Fra­ge, ob Umsatz und ope­ra­ti­ves Ergeb­nis auch in der Zukunft wei­ter kon­ti­nu­ier­lich nach­hal­tig wach­sen. Inves­to­ren wer­den die Pla­nung dahin­ge­hend hin­ter­fra­gen und ana­ly­sie­ren, ob nicht nur ein mög­li­ches Wachs­tum, son­dern fer­ner auch kon­stan­te Gewinn­mar­gen rea­lis­tisch und nach­hal­tig erschei­nen. Sofern hier­bei Zwei­fel auf­kom­men, kann sich dies eben­falls nega­tiv in einer Kauf­preis­be­wer­tung wider­spie­geln. Daher emp­fiehlt es sich, einen detail­lier­ten Busi­ness­plan auf­zu­stel­len, der einer inten­si­ven Prü­fung durch Exter­ne auch tat­säch­lich Stand hält und im Ver­kaufs­pro­zess nicht letzt­lich nach unten ange­passt wer­den muss.
? Was fließt neben dem Zahlenwerk ansonsten in den Kaufpreis ein?
Neben ​„har­ten“ Zah­len, die das Fun­da­ment der Bewer­tung dar­stel­len, flie­ßen außer­dem auch ​„wei­che“ Fak­to­ren zum Teil in eine Bewer­tung mit ein. Dazu zählt zum Bei­spiel das Pro­dukt- oder Dienst­leis­tungs­port­fo­lio des Unter­neh­mens. Hier­bei stellt sich die Fra­ge, wie zukunfts­fä­hig die­ses auf­ge­stellt ist, um damit nach­hal­ti­ge Umsät­ze bei ent­spre­chend hohen Gewinn­mar­gen zu erwirt­schaf­ten. Fer­ner ana­ly­sie­ren Inves­to­ren auch das Kun­den­port­fo­lio im Hin­blick auf mög­li­che Abhän­gig­kei­ten von ein­zel­nen Par­tei­en sowie das bestehen­de Manage­ment und des­sen Qua­li­tät. Ein wei­te­rer wich­ti­ger Aspekt ist die Fra­ge, ob das Unter­neh­men mög­li­cher­wei­se einen Inves­ti­ti­ons­stau auf­weist oder ob regel­mä­ßig in moder­ne Betriebs­an­la­gen inves­tiert wur­de. Je nach Ergeb­nis die­ser Ana­ly­se kann es dabei zu mög­li­chen Bewer­tungs­ab­schlä­gen kommen.
»In die Unternehmensbewertung können auch „weiche“ Fakten wie beispielsweise die Nachhaltigkeit des Produkt- oder Dienstleistungsangebotes, das Kundenportfolio oder die Qualität des Managements mit eingehen.«
Im Zuge des Unter­neh­mens­ver­kaufs emp­fiehlt es sich daher, mög­li­che Schwach­stel­len zu iden­ti­fi­zie­ren und zu eru­ie­ren, inwie­fern vor­ab noch Maß­nah­men getrof­fen wer­den kön­nen, um die­se auf­zu­lö­sen. So kann es unter Umstän­den sinn­voll sein, das bestehen­de Manage­ment umzu­struk­tu­rie­ren oder mit eige­nen Mit­ar­bei­tern zu ergän­zen. Fer­ner kann es ggf. sinn­voll sein, not­wen­di­ge Maß­nah­men für die Lösung von offen­sicht­li­chen Schwä­chen im Pro­zess pro­ak­tiv zu adres­sie­ren, wodurch sich die Glaub­wür­dig­keit ggü. Inves­to­ren ver­bes­sert. Ver­käu­fe­rin­nen und Ver­käu­fer soll­ten dabei im Hin­ter­kopf behal­ten, dass Inves­to­ren Unter­neh­men immer inten­siv prü­fen wer­den und Schwach­stel­len in der Regel auch fin­den. Daher ist es immer bes­ser, glaub­wür­dig mit Schwach­stel­len umzugehen.
? Wie (mit welchen Methoden) ermittelt man den Wert eines Unternehmens?
Für die Bewer­tung von Unter­neh­men exis­tie­ren ver­schie­de­ne Ver­fah­ren. Die ein­fachs­te und schnells­te Metho­dik ist die soge­nann­te Mul­ti­pli­ka­to­ren-Bewer­tung. Dazu wer­den ver­gleich­ba­re bör­sen­no­tier­te Unter­neh­men bzw. his­to­ri­sche Ver­gleichs­trans­ak­tio­nen her­an­ge­zo­gen. Es wird davon aus­ge­gan­gen, dass sich Kos­ten­struk­tu­ren und Wachs­tums­ra­ten inner­halb einer Bran­che ähn­lich ver­hal­ten und folg­lich Unter­neh­men mit ver­gleich­ba­ren Eigen­schaf­ten in Bezug auf erwar­te­tes Wachs­tum und Pro­fi­ta­bi­li­tät zu ähn­li­chen Mul­ti­pli­ka­to­ren gehan­delt wer­den. Um zu einem gän­gi­gen Mul­ti­pli­ka­tor zu gelan­gen, wird zum Bei­spiel der Unter­neh­mens­wert (= Eigen­ka­pi­tal zzgl. Net­to­fi­nanz­ver­bind­lich­kei­ten) ins Ver­hält­nis zum Umsatz oder zum ope­ra­ti­ven Ergeb­nis gesetzt.

Bei­spiel: Unter­neh­mens­wert (= 30,0 Mio. EUR) : aktu­el­les ope­ra­ti­ves Ist-Ergeb­nis (= 6,0 Mio. EUR) = Mul­ti­pli­ka­tor (= 5,0x). Wenn das zum Ver­kauf ste­hen­de Unter­neh­men bei­spiels­wei­se ein ope­ra­ti­ves Ist-Ergeb­nis von 3,0 Mio. EUR auf­weist, liegt der Unter­neh­mens­wert bei einem Mul­ti­pli­ka­tor von 5,0x bei EUR 15,0 Mio. EUR Ergän­zend sei hier­bei erwähnt, dass von dem genann­ten Unter­neh­mens­wert noch die Net­to­fi­nanz­ver­bind­lich­kei­ten (zins­tra­gen­de Schul­den abzüg­lich Liqui­di­tät; Lie­fe­ran­ten­ver­bind­lich­kei­ten wer­den nicht berück­sich­tigt) zum Über­tra­gungs­stich­tag abge­zo­gen müs­sen, um zu dem Betrag (Eigen­ka­pi­tal­wert) zu gelan­gen, der der Ver­käu­fe­rin oder dem Ver­käu­fer vor Steu­ern zufließt.
»Es existieren verschiedene Bewertungsverfahren. Die einfachste und schnellste Methodik ist dabei die sogenannte Multiplikatoren-Bewertung auf Basis von vergleichbaren börsennotierten Unternehmen bzw. historische Vergleichstransaktionen.«
Eine wei­te­re gän­gi­ge Bewer­tungs­me­tho­dik stellt das Dis­coun­ted Cash-Flow Ver­fah­ren dar. Inves­to­ren set­zen sich hier­bei mit den zukünf­ti­gen Cash­flows ihrer Inves­ti­ti­on in ein Unter­neh­men und dem dazu­ge­hö­ri­gen Risi­ko aus­ein­an­der. Die Inves­ti­ti­on wird wie eine Anlei­he behan­delt, die jähr­lich wie­der­keh­ren­de Cash­flows abwirft. Basis ist die Unter­neh­mens­pla­nung mit ermit­tel­ten zukünf­ti­gen Zah­lungs­über­schüs­sen, die mit Hil­fe von Kapi­tal­kos­ten auf den Bewer­tungs­stich­tag dis­kon­tiert wer­den. Der so ermit­tel­te Bar­wert oder auch Kapi­tal­wert ist der dis­kon­tier­te Cash­flow. Dar­über hin­aus wer­den die Zah­lungs­über­schüs­se in zwei Pha­sen unter­teilt. Die ers­te Pha­se währt 3 – 15 Jah­re, in der zwei­ten Pha­se wird ent­we­der ein geson­dert zu ermit­teln­der Rest­wert oder eine ewi­ge Ren­te angenommen.
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Sön­ke Schulz ist Grün­dungs­ge­sell­schaf­ter und Geschäfts­füh­rer von Sig­ma Cor­po­ra­te Finan­ce und berät seit über 20 Jah­ren in den Berei­chen Fusion­en & Über­nah­men, Restruktur­ierung und Finan­zie­run­gen. Fer­ner ist Sön­ke Schulz aus­ge­bil­de­ter Wirt­schafts­me­dia­tor mit Fokus u.a. auf Nachfolgeregelungen.
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Hol­ger Sche­korr ist Part­ner bei Sig­ma Cor­po­ra­te Finan­ce und ver­fügt über mehr als 16 Jah­re Bera­tungs­er­fah­rung in den Berei­chen Fusio­nen & Über­nahmen, Restruk­tu­rie­rung und Finanzier­ungen sowie Pri­va­te Equity.
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Sigma Corporate Finance (Nachfolgeregelungen)
Sig­ma Cor­po­ra­te Finan­ce GmbH ist eine ban­ken­un­ab­hän­gi­ge M&A‑Bera­tungs­gesell­schaft, d.h. Trans­ak­ti­ons­be­ra­tung für den Ver­kauf, die Fusi­on und den Kauf von Unter­neh­men, u.a. im Rah­men der Rea­li­sie­rung von Nach­fol­ge­lö­sun­gen für inha­ber­ge­führ­te, mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men. Seit sei­ner Grün­dung im Jahr 2005 hat Sig­ma Cor­po­ra­te Finan­ce bereits ca. 60 natio­na­le und inter­na­tio­na­le M&A‑Transaktionen aus den unter­schied­lichs­ten Berei­chen von Indus­trie, Han­del und Dienst­leis­tun­gen erfolg­reich abgeschlossen.
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