In dieser Reihe widmen wir uns dem Thema Nachfolgelösungen für mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer und klären wichtige Fragen.
                                                                 
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Sigma Corporate Finance
M&A auf den Punkt
Nach­fol­ge­lö­sun­gen
14 — Zah­lung und Finan­zie­rung von Kaufpreisen
Sehr geehr­te Damen und Herren,
mit der Infor­ma­ti­ons­rei­he ​„M&A auf den Punkt – Nachfolge­lösungen“ wid­met sich SIG­MA Cor­po­ra­te Finan­ce in regel­mä­ßi­gen Abstän­den dem The­ma Nach­fol­ge­lö­sun­gen für mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer. Dabei beant­wor­ten wir zen­tra­le Fra­gen, die uns immer wie­der in die­sem Zusam­men­hang gestellt wer­den. In die­sem Newsletter:
• Wie finan­ziert ein Inves­tor typi­scher­wei­se den Kaufpreis?
• Fließt mir der Kauf­preis nach Clo­sing immer sofort zu? Was sind in die­sem Kon­text soge­nann­te Earn-Out-Modelle?
• Wie kann ich ggf. die Lücke zwi­schen der Kauf­preis­er­war­tung und dem mög­li­chen Kauf­preis­an­ge­bot überbrücken?
Wir hof­fen, dass wir Ihnen span­nen­de Impul­se geben kön­nen und freu­en uns auf Ihr Feed­back und wei­ter­füh­ren­de Gespräche.

Herz­li­chen Gruß aus Frank­furt am Main
Unterschrift Sönke Schulz
Sönke Schulz
Unterschrift Holger Schekorr
Holger Schekorr
? Wie finanziert ein Investor typischerweise den Kaufpreis?
Inves­to­ren finan­zie­ren den Kauf­preis für ein Unter­neh­men zum Teil sehr unter­schied­lich. Grö­ße­re stra­te­gi­sche Unter­neh­men grei­fen bei der Zah­lung auf ihren eige­nen Cash-Bestand oder ihre jewei­li­ge Kon­zern­fi­nan­zie­rung zurück. Klei­ne­re stra­te­gi­sche Inves­to­ren und Finanz­in­ves­to­ren nut­zen hin­ge­gen eine Mischung aus vor­han­de­nem Eigen­ka­pi­tal sowie einer zusätz­li­chen Akqui­si­ti­ons­fi­nan­zie­rung durch eine Bank. Bei klei­ne­ren Trans­ak­tio­nen fällt der Eigen­ka­pi­tal­an­teil dabei höher als das Finan­zie­rungs­vo­lu­men aus. Bei der Ver­ga­be des Dar­le­hens ori­en­tie­ren sich die Ban­ken im Hin­blick auf des­sen Höhe am ope­ra­ti­ven Ergeb­nis (EBIT­DA) des zu kau­fen­den Unter­neh­mens. Als Sicher­heit für Finan­zie­run­gen dient das Unter­neh­men mit sei­nen Sach­an­la­gen und Forderungen.
»Investoren finanzieren den Kaufpreis für ein Unternehmen entweder komplett aus eigenen Mitteln oder aber aus einer Mischung von Eigen- und Fremdkapital. Der Cash-Flow der übernommenen Gesellschaft dient dabei der mittelfristigen Darlehenstilgung sowie der Zahlung von Zinsen.«
Teil­wei­se ergibt sich für Inves­to­ren eine Finan­zie­rungs­lü­cke, wenn der ange­bo­te­ne Kauf­preis höher als das vor­han­de­ne Eigen­ka­pi­tal zzgl. dem zuge­sag­ten Bank­dar­le­hen aus­fällt. Inves­to­ren schlie­ßen dann unter Umstän­den die­se Lücke mit einem Dar­le­hen des Ver­käu­fers (s.u.) oder mit Finan­zie­run­gen von Fremd­ka­pi­tal­fonds, die in der Regel höhe­re Finan­zie­rungs­he­bel als Ban­ken stem­men kön­nen. Aller­dings sind die­se Finan­zie­rungs­for­men dann auch teu­rer als gewöhn­li­che Akqui­si­ti­ons­fi­nan­zie­run­gen von Ban­ken. Inves­to­ren wer­den daher genau in ihren Finan­zie­rungs­mo­del­len berech­nen, ob das zum Kauf ste­hen­de Unter­neh­men und sein vor­han­de­ner Cash-Flow in der Lage sind, die in Sum­me auf­ge­nom­me­nen Schul­den mit­tel­fris­tig zurück­zu­füh­ren und die fäl­li­gen Zin­sen zu zahlen.
? Fließt mir der Kaufpreis nach Closing immer sofort zu? Was sind in diesem Kontext sogenannte Earn-Out-Modelle?
Kauf­preis­an­ge­bo­te bestehen häu­fig aus meh­re­ren Bestand­tei­len. Im Zeit­punkt des Clo­sings fließt in jedem Fall zunächst der soge­nann­te Bar­kauf­preis dem Ver­käu­fer direkt zu. Alle ande­ren Bestand­tei­le wer­den zu einem spä­te­ren, fest defi­nier­ten Zeit­punkt aus­ge­zahlt. Dies bezieht sich zum einen auf mög­li­che Gesell­schaf­ter- bzw. Ver­käu­fer­dar­le­hen. Zum ande­ren wer­den zwi­schen bei­den Par­tei­en zum Teil auch soge­nann­te Earn-Out-Model­le (auch als Bes­se­rungs­schein bezeich­net) aus­ge­han­delt. Die­se Model­le kom­men häu­fig bei Unter­neh­men mit hohen Wachs­tums­ra­ten oder Gesell­schaf­ten zum Tra­gen, die sich in der Restruk­tu­rie­rung befin­den und erst in der Zukunft wie­der nach­hal­ti­ge ope­ra­ti­ve Ergeb­nis­se erzielen.
»Zum Zeitpunkt des Closings fließt dem Verkäufer die Barkaufpreiskomponente zu. Bei vereinbarten Earn-Out-Modellen profitiert der Verkäufer noch weiter von der künftigen positiven Entwicklung des Unternehmens nach dem Verkauf in Form von Sonderzahlungen in Abhängigkeit von erreichten Ergebniszielen.«
Damit Ver­käu­fer von der posi­ti­ven Ent­wick­lung ihres ehe­ma­li­gen Unter­neh­mens noch pro­fi­tie­ren, erhal­ten sie einen Earn-Out in Form einer wei­te­ren Son­der­zah­lung, wenn die Gesell­schaft defi­nier­te Ergeb­nis­zie­le erreicht. Die Ergeb­nis­zie­le bezie­hen sich dabei zum Bei­spiel auf die geplan­ten ope­ra­ti­ven Ergeb­nis­se der drei Fol­ge­jah­re nach Abschluss der Trans­ak­ti­on. Für jedes erreich­te oder über­trof­fe­ne Ergeb­nis in die­sen Fol­ge­jah­ren erhält der Ver­käu­fer eine Son­der­zah­lung. Wird das vor­ge­ge­be­ne Ergeb­nis hin­ge­gen nicht erreicht, ent­fällt die Son­der­zah­lung für das jewei­li­ge Jahr.
? Wie kann ich ggf. die Lücke zwischen der Kaufpreiserwartung und dem möglichen Kaufpreisangebot überbrücken?
In eini­gen Situa­tio­nen rei­chen das ein­ge­setz­te Eigen­ka­pi­tal eines Inves­tors und das durch die Bank zuge­sag­te Kre­dit­vo­lu­men zur Zah­lung des Kauf­prei­ses nicht aus. In die­sem Fal­le ver­lan­gen Inves­to­ren vom Ver­käu­fer zusätz­lich ein Dar­le­hen. Ver­kauft der bis­he­ri­ge Inha­ber sein Unter­neh­men kom­plett und ver­gibt an den Inves­tor und die ver­kauf­te Gesell­schaft ein Dar­le­hen, so han­delt es sich um ein Ver­käu­fer­dar­le­hen. Bei einem Gesell­schaf­ter­dar­le­hen bleibt der Ver­käu­fer als Mit­ge­sell­schaf­ter invol­viert. Das ver­ge­be­ne Dar­le­hen ist dabei ein soge­nann­tes Nach­rang­dar­le­hen gegen­über nor­ma­len Bank­fi­nan­zie­run­gen und wird daher auch höher verzinst.
»Investoren erwarten zum Teil vom Verkäufer die Gewährung eines Verkäufer- bzw. Gesellschafter-darlehens zum Beispiel bei möglichen Finanzierungslücken. Da diese Darlehen gegenüber Bankfinanzierungen nachrangig sind, werden sie höher verzinst.«
Neben dem Schlie­ßen der Finan­zie­rungs­lü­cke hat ein Ver­käu­fer- bzw. Gesell­schaf­ter­dar­le­hen für den Käu­fer noch einen wei­te­ren Vor­teil. Der Ver­käu­fer bleibt durch die Ver­ga­be des Dar­le­hens auch wei­ter bei sei­nem bis­he­ri­gen Unter­neh­men enga­giert und trägt damit auch künf­tig ein unter­neh­me­ri­sches Risi­ko mit, da sein Dar­le­hen nach­ran­gig besi­chert ist und z.B. bei einer mög­li­chen Insol­venz in der Regel nicht zurück­ge­zahlt wird, weil nor­ma­le Bank­fi­nan­zie­run­gen vor­ran­gig bedient wer­den. Den­noch kann ein Dar­le­hen auch für den Ver­käu­fer attrak­tiv sein, wenn der Kauf­preis ent­spre­chend höher aus­fällt. Fer­ner ist die Ver­zin­sung des Dar­le­hens auf­grund der Nach­ran­gig­keit ent­spre­chend höher als bei nor­ma­len Dar­le­hen von Kreditinstituten.
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Sön­ke Schulz ist Grün­dungs­ge­sell­schaf­ter und Geschäfts­füh­rer von Sig­ma Cor­po­ra­te Finan­ce und berät seit über 20 Jah­ren in den Berei­chen Fusion­en & Über­nah­men, Restruktur­ierung und Finan­zie­run­gen. Fer­ner ist Sön­ke Schulz aus­ge­bil­de­ter Wirt­schafts­me­dia­tor mit Fokus u.a. auf Nachfolgeregelungen.
soenke.schulz@sigma-cf.com
(069) 770 39 47 – 11
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Hol­ger Sche­korr ist Part­ner bei Sig­ma Cor­po­ra­te Finan­ce und ver­fügt über mehr als 16 Jah­re Bera­tungs­er­fah­rung in den Berei­chen Fusio­nen & Über­nahmen, Restruk­tu­rie­rung und Finanzier­ungen sowie Pri­va­te Equity.
holger.schekorr@sigma-cf.com
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Sigma Corporate Finance (Nachfolgeregelungen)
Sig­ma Cor­po­ra­te Finan­ce GmbH ist eine ban­ken­un­ab­hän­gi­ge M&A‑Bera­tungs­gesell­schaft, d.h. Trans­ak­ti­ons­be­ra­tung für den Ver­kauf, die Fusi­on und den Kauf von Unter­neh­men, u.a. im Rah­men der Rea­li­sie­rung von Nach­fol­ge­lö­sun­gen für inha­ber­ge­führ­te, mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men. Seit sei­ner Grün­dung im Jahr 2005 hat Sig­ma Cor­po­ra­te Finan­ce bereits ca. 60 natio­na­le und inter­na­tio­na­le M&A‑Transaktionen aus den unter­schied­lichs­ten Berei­chen von Indus­trie, Han­del und Dienst­leis­tun­gen erfolg­reich abgeschlossen.
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